Über mich

Hallo,

ich bin Michèle Friedli, ein waschechtes «Bärner Meitschi»,

in den Achtzigern geboren, in den Neunzigern aufgewachsen in einem kleinen Ort namens Hinterkappelen, der etwa so liegt, wie er klingt. Meine Generation ist die letzte, die auf der Strasse «Chübeli um» und «Räuber u Poli» gespielt hat. «Wöu mirs chöi, egau wie blau oder ufgschlagä d Chnöi si.»

Es gab weder iTunes noch Spotify. Das kam erst später, sonntags dudelten die Hits im Äther, auf unseren Kassetten, in unseren Kopfhörern, denn wir waren Batterien schnorrende Walkman Pioniere! Wir zockten Super Nintendo, Sega Mega Drive und Game Boy Videospiele und lebten wie Bruder Ghandi ohne Handy. Bei Freunden hat man geklingelt und ist von Tür zu Tür getingelt, wie ein räudiger pubertär Waschbär!

Heute posten sie GIFS bei Twitter, wir küssten den Blitzableiter bei Gewitter. Gelegentlich überborden jugendliche Hormonhorden, wie mein Beispiel zeigt, ist aus ihnen zum Trotz was geworden.

«Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.» (Konfuzius)

Den Einstieg als Personalberaterin im Fachbereich Pflege und Medizin verdanke ich einem Kollegen, den ich aus meiner Lehrzeit kenne. Er gab mir erste Einblicke in das Aufgabengebiet und machte mir den Beruf schmackhaft. Als ich vor zehn Jahren die Chance ergriff und mich um eine Stelle bewarb, habe ich nicht erwartet, meinen Traumjob zu finden. Trotz des Branchenwechsels konnte ich auf Berufserfahrung und Fachwissen zurückgreifen und Lücken mit Weiterbildungen füllen. Bis zur Spezialisierung fordert der Weg kontinuierliche Beharrlichkeit, eine hohe Eigenmotivation und Dynamik.

Der Mensch im Mittelpunkt

Das Aufgabenspektrum ist vielschichtiger, komplexer und persönlicher als es zunächst vermuten lässt, denn im Zentrum steht immer der Mensch. Das ist der eindrucksvollste und fundamentalste Aspekt dieser Arbeit. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten verliert nicht an Faszination. Dabei besteht die wichtigste Aufgabe darin, sowohl den Kandidaten als auch den Kunden wirklich zuzuhören und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Unter dem Gesichtspunkt einer sich verschärfenden Situation im schweizerischen Gesundheitswesen, ist dies für alle folgenden Überlegungen und Handlungen essenziell, um gemeinsam beste Lösungen zu finden.

Vokuhila und Dosenravioli

Wäre ich der mütterlichen Strenge folgsam gewesen, büffelte ich noch heute Lateinvokabeln am Altsprachengymnasium und hätte nach meinem brotlosen Abschluss in Germanistik, reich heiraten oder Lehrerin werden müssen.

Meine Oma selig wollte unbedingt eine Pflegefachfrau in der Familie, während mich mein Papa mit liebevoller Strenge davon abhielt eine Karriere als Schrei-Trainerin, Glückskeksautorin oder Kokosnuss-Sicherheitsbeauftragte anzustreben. Vernünftig sollte meine Berufswahl sein und ein unabhängiges Einkommen sichern. Das sei wichtig für eine Frau, bläuten sie mir ein.

Da ich mich gegen den Abschluss einer Matura entschieden hatte, sollte ich nun zügig einen passenden Lehrberuf finden. Sie schickten mich ins Berufsinformationszentrum. Dort sass ich dann, die nächsten drei Tage planlos vor gefüllten Ordnern.

Im Alter von fünfzehn Jahren entscheiden zu müssen, mit welchem Beruf ich mich bis zur Pensionierung beschäftigen sollte, liess mich grübeln. Gedanken an die Zukunft waren nur schwer zu fassen. Genauso hätte man mich fragen können, ob ich zu Lebzeiten stets einen Vokuhila tragen und täglich Dosenravioli verdrücken möchte. Der Gesichtsausdruck wäre vermutlich ähnlich verstört gewesen.

Was sagt eine Chemielaborantin, wenn ihr Gold auf den Kopf fällt? Au.

Die Wahl der Ausbildung zur Chemielaborantin war unerwartet. Weder in Mathematik noch Physik glänzte ich mit Höchstleistungen. Chemieunterricht hatte ich bis dato kaum. Meine Lieblingsfächer waren Sprachen und Geschichte. Trotzdem stand mein Entscheid fest. Ich war motiviert und meine Familie einverstanden. Laborantin, grundsolide, die Medizin- und Pharmabranche biete quasi einen Job auf Lebenszeit.

Acht Jahre nach meinem Abschluss schüttelte ich immer noch Reagenzgläser bis meine erste grosse Liebe in die Brüche ging. Nur wegen ihm war ich länger als geplant in Basel geblieben. Ich überdachte mein Leben, sehnte mich nach neuen Herausforderungen und beruflichen Zielen, der Nähe zu meiner Familie und nach Bern, meiner beloved Homebase.

Meine Berufswahl habe ich nie bereut. Wissenschaft, Forschung und die Arbeit im Labor faszinieren mich bis heute, selbst wenn der weisse Kittel unterdessen am Nagel hängt.

Meine Leidenschaft köchelt – aber nur noch graduell – meist wenn ich fernsehe und mich nerve, wenn falsch pipettiert wird.